3. Medien-Marathon München - Was für ein Finale!
Um es vorweg zu nehmen, der 3. Medien-Marathon München hat mich begeistert. Die Veranstalter haben es geschafft sich wiederum zu steigern und so ist die Streckenführung mittlerweile (endlich?) der schönen Stadt München angemessen.
Aber jetzt von Anfang an: Eigentlich war München 2002 gar nicht eingeplant, da auch Berlin und Frankfurt bereits fest auf meinem Terminkalender standen. Aber nachdem die geänderte Strecke bereits auf dem Papier reizvoll erschien und ein Finale im Olympiastadion schon letztes Jahr mein Traum war, gab es kein zurück. Mit der Online-Anmeldung ist man schon nach Minuten problemlos auf der Starterliste.
Die Startnummernausgabe am Tag zuvor war völlig problemlos, ohne Anstehzeiten. Nur auf der Marathonmesse ging es sehr beengt zu - aber man muss sich ja nicht allzu lange dort aufhalten. Die Wettervorhersage für Sonntag war ehr schlecht. Bei Regen und 10°C hält sich die Motivation in Grenzen. Aber es kam ja dann ganz anders...
Am Marathonmorgen war es zwar noch feucht, aber von Regen keine Spur. Im Laufe des Vormittages kam dann sogar des öfteren die Sonne raus. Das Ganze bei Temperaturen um die 13°C - ideale Bedingungen für einen Marathon.
Am Start war dann auch jedermann optimistisch, direkt neben der imposanten Kulisse des Olympiastadions ging dann los, sehr traditionell durch Böllerschüsse. Wie im letzten Jahr verlief die Strecke zuerst ins Münchner Zentrum, vorbei an allen Sehenswürdigkeiten. Am Rand immer wieder Musikgruppen. Von Samba über Blasmusik bis Hardrock - alles war geboten. Auf den Prachtstrassen durch ein Menschenspalier zu laufen ist einfach schön. Überhaupt muss ich sagen, daß dieses Jahr erstaunlich viele Zuschauer den Weg an die Strecke gefunden haben. Auch ohne Stars und Bestzeiten scheint sich der Marathon in der Stadt zu behaupten. Nach km15 wurde es dann ein wenig einsamer - erst vorbei am Ostbahnhof und Kunstpark Ost, dann durch ein paar Wohngebiete. Jedoch wurden längere monotone Streckenabschnitte wie in den ersten beiden Jahren vermieden. Bereits auf dem Weg zurück zum Englischen Garten säumten wieder viele Zuschauer den Straßenrand. Im Englischen Garten kehrte dann streckenweise Ruhe ein. Aber durch die grüne Lunge (Hölle ?) Münchens zu laufen empfand ich als angenehme Abwechslung zum üblichen Straßendschungel eines Städtemarathons. Umso eindrucksvoller der Wiedereintritt in die Marathonatmosphäre: Durch Schwabing wurde man förmlich getragen, bevor man die letzten Kilometer zum Olympiastadion laufend durchstehen musste. Dort empfängt einen dann ein würdiges Finale. Bereits von weitem sichtbar das wunderbare Zeltdach des Stadions. Schon lange vorher hörte man den Lärm aus dem Inneren. Da ist man sich noch nicht ganz im klaren was einen da so erwartet. Durch das Marathontor geht es dann unter Stroboskopgewitter, Nebel und lauter Musik hinein ins große Rund. Natürlich ist nur ein Bruchteil der 60.000 Plätze besetzt, dennoch ist es atemberaubend, die Stimmung geradezu euphorisch. Die letzten 300m auf der Bahn könnten ewig dauern. Da darf die Uhr dann auch völlig unnötigerweise noch auf 3:21 umspringen. Jede Sekunde dieser letzten Meter waren ein Genuss! Von diesen Sekunden durften es dann auch ein paar mehr sein. :o)
Für mich war das Finale das schönste meiner Marathonkarriere.
Fazit:
Mittlerweile hat sich der Münchenmarathon zu einer klasse Veranstaltung gemausert. Die Strecke ist attraktiv, abwechslungsreich und das Finale im Stadion sucht seinesgleichen. So hat der München-Marathon noch eine große Zukunft vor sich. Ich bin selbst überrascht, daß München mein läuferische Höhepunkt des Herbstes war - mit der Konkurrenz von Berlin und Frankfurt (wenn alles so ist wie die Jahre zuvor) war das nicht zu erwarten.
CU again next year
Thomas Steffl (DAV Lauf)
Hier noch ein paar Verbesserungsvorschläge:
In der Zukunft sollte sich der Engpass Brienner Str. auch noch lösen lassen. Bei noch höheren Teilnehmerzahlen wird es hier mehr als eng. An den Verpflegungsstellen fehlten große Schilder mit "Wasser", "Iso", "Bananen" etc.
16. Okt. 2002 - Thomas Steffl thomas.steffl@web.de