Broløbet 2000

Der Brückenlauf von Kopenhagen nach Malmö

Pfingstmontag im Jahr 2000. Mehr als 90.000 Läufer/innen aus Dänemark, Schweden und der restlichen Welt wollen heute über die neue Øresundsbrücke von Dänemark nach Schweden laufen. Die Strecke ist 21,1 km lang, ein Halbmarathon. Die ersten 4 km werden in einem Tunnel 20 m unter der Wasseroberfläche zurückgelegt. Dann geht es 4 km über die Insel Peberholm, dann über die 8 km lange Øresundsbrücke, die erst in zwei Wochen offiziell eröffnet werden wird. Zum Abschluss geht es noch etwa 5 km durch Schweden zum Ziel.

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8 Uhr 30. Wir gehen zum Sammelplatz in der Nähe des Tivoli, von wo aus die Busse uns zum Startplatz in Kastrup bringen sollen. Viel ist hier nicht los. Recht schnell sitzen wir in einem Bus.

Wir erreichen den Kastrup Strandpark. Überall Zelte, Klohäuschen und viele, viele Läufer.
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Die Dänen präsentierten uns hier eine phantastische Neuentwicklung: Jeweils 4 (männliche) Läufer können hier auf engstem Raum ihren Frühstückskaffee loswerden, ohne dass irgendwo Bäume oder Büsche ertränkt werden.

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Jetzt heisst es, sich rechtzeitig zum Check-in zu begeben.

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So langsam bekommt man eine Vorstellung davon, was sich hier heute abspielen wird.

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Nein, das ist hier kein Picknick.
Beim Check-in haben wir alle einen Chip bekommen, den wir nun an unseren Schuhen befestigen müssen.

Getränkeflaschen werden an die Läufer ausgegeben, die noch VOR dem Start ausgetrunken und in Sammelbehälter geworfen werden sollen!
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Bis zur Startlinie ist es noch ein weiter Fussweg.

Alle Läufer haben mit ihrer Startnummer auch einen Rucksack bekommen, in dem sie ihre Sachen deponieren sollen. Die Rucksäcke werden wahllos in drei bereitstehende LKW's geworfen. Werden wir sie je wiedersehen?
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Am Start. Kurz vorher gab es noch eine kurze Aufwärmgymnastik, die aber nicht sonderlich genutzt wurde. Jeder will jetzt endlich auf die Strecke.

Jeweils 1250 Läufer werden gleichzeitig auf die Reise geschickt.
Alle 5 Minuten.
Sechseinhalb Stunden lang!

Unmittelbar nach dem Start geht es in den Tunnel hinein. Der Tunnel ist geräumig. Ein beklemmendes Gefühl kommt da nicht auf.
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Mit der Zeit wird es aber recht warm im Tunnel, so dass wir froh sind, als wir irgendwann wieder draussen sind.

Nachdem wir die Insel Peberholm überquert haben sind wir nun endlich auf der Brücke.
Das Wetter ist ausgesprochen Läufer-freundlich. Es ist leicht bewölkt, regnet aber nicht. Leichter Wind von der Seite. Die Wolken lassen ab und zu mal die Sonne durch.
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Vor uns sieht man die gigantischen Pfeiler der Hängebrücke.

Auf der Gegenspur kommen uns die Busse mit den Läufern entgegen, die den Lauf schon hinter sich haben.
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Jetzt sind wir wirklich ganz oben in 70 m Höhe über dem Wasser. Aus den Lautsprechern ertönt Musik. ABBA. Willkommen in Schweden.

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Jetzt geht es sehr angenehm bergab. Ausserdem haben wir jetzt Rückenwind.
Aber auch die schönste und längste Brücke hat mal ein Ende. Festland (Schweden) ist in Sicht.

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Nun geht es noch ein paar Kilometer durch Schweden. Am Rand stehen jetzt auch ein paar Zuschauer. Einer hält uns frische Doughnuts hin. Meine Frau erwischt einen. Mmmh, lecker. An diese Streckenverpflegung kann man sich gewöhnen :-)

Ja, ich gebe zu: Das sieht etwas merkwürdig aus. Aber mein Scanner gibt gerade seinen Geist auf.
Ansonsten würde man jetzt bunte Fahnen sehen, die das bevorstehende Ziel ankünden.
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Da ist es das "Mål", wie das Ziel hier so schön heisst. Über dem Ziel hängt ein riesiger Bauarbeiterhelm an einem Kran.

Und jetzt ist mein Film alle. 40 Bilder sind verknipst. (Die Hälfte habe ich euch erspart.)

Was ich deshalb nicht mehr im Bild festhalten konnte, aber gerne getan hätte:
  • Eine grosse Wiese mit vielen Holzbänken, damit wir unsere Chips von den Schuhen abpfriemeln konnten.
  • Die Stelle, wo jeder Läufer einen Schokoriegel bekam. Habt ihr schon mal 100.000 Twix auf einem Haufen gesehen?
  • Meterhohe Berge von Bananenschalen
  • Eine grosse Wiese mit abgesteckten Arealen, wo man unsere Rucksäcke ausgelegt hatte. Nach Startzeiten sortiert und dann nochmal nach Startnummern unterteilt. (Nicht jeder fand seine Rucksack wieder!)
  • Das Areal, wo etwa alle 4 Minuten 11 Busse vorfuhren, um die Läufer zum Startplatz in Kopenhagen zurückzufahren. Endlose Schlangen von Läufern warteten geduldig. Wir haben etwa eineinviertel Stunden dort angestanden. Aber ehrlich gesagt: Ich hatte ein schlimmeres Chaos erwartet.
  • Es war schön, dann nach dem Lauf nochmal im Bus über die Brücke zu fahren. Die letzten Läufer kamen uns entgegen.
    Der Bustransport von Kastrup zurück ins Kopenhagener Zentrum verlief völlig unproblematisch. Es standen genug Busse bereit.

    Fazit:
    Es war ein tolles Erlebnis. Keine Sekunde haben wir bereut, hier angetreten zu sein.
    Die Organisation war viiiel besser als ich es für möglich gehalten hätte.
    Mange tak an die Veranstalter und die vielen Helfer dieses unvergesslichen Laufes.

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